Imkerei in Kanada – Arbeiten in völlig anderen Dimensionen
Spannende Einblicke gab Phillip Rutsch in seine Zeit in Nordamerika, wo er gemeinsam mit seiner Frau Marlen ein Jahr lang auf verschiedenen Imkereibetrieben gearbeitet hat.
Deutlich wurde dabei der enorme Unterschied in den Dimensionen: Während in Deutschland meist nur wenige Bienenvölker pro Imker betreut werden, arbeiten kanadische Betriebe häufig mit mehreren tausend Völkern. Diese Größenordnung ist eng mit der Struktur der Landwirtschaft verbunden – große Flächen und eine stark kommerzielle Ausrichtung prägen die Arbeitsweise. Ein wichtiger Bestandteil ist zudem der Einsatz der Bienenvölker zur Bestäubung, etwa in den Mandelplantagen in den USA.

Die Betriebsweise unterscheidet sich deutlich. Sie ist stark auf Effizienz ausgelegt, unterstützt durch große technische Anlagen und standardisierte Abläufe. Aufgrund der klimatischen Bedingungen verbringen die Bienenvölker den Winter oft in klimatisierten Hallen. Der Umgang mit Material und Völkern ist insgesamt pragmatischer – Verschleiß und Verluste werden als Teil des Systems verstanden und entsprechend eingeplant.
Der Vortrag im Rahmen der Mitgliederversammlung unseres Vereins machte Unterschiede deutlich: Während in Deutschland häufig kleinere, stärker naturnahe Strukturen im Vordergrund stehen, ist die kanadische Imkerei vor allem durch Größe, Effizienz und wirtschaftliche Zielsetzung geprägt.Ein spannender und praxisnaher Einblick!
Text: Phillip Rutsch, Kassierer des BZV Bergisch Gladbach / Foto: Marlen Rutsch
